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Startschuss auf dem Modell-Campus ringberlin.

GASAG-Gruppe macht mit DATA2HEAT Rechenzentrumswärme nutzbar

  • Modell-Campus ringberlin wird als eines der ersten gewerblichen Quartiere in Berlin Abwärme eines Rechenzentrums im benachbartem Marienpark zur Energiegewinnung nutzen
  • Im ersten Schritt wird der Makerspace in Halle 2 versorgt werden
  • GASAG Solution Plus verbindet mit DATA2HEAT zwei Innovationsstandorte und schafft ein neues Modell für nachhaltige Quartiersversorgung

Auf dem Modell-Campus ringberlin startete heute ein zukunftsweisendes Energieprojekt der GASAG Solution Plus: In Kooperation mit DATA2HEAT wird ringberlin eines der ersten gewerblichen Quartiere in Berlin, das Abwärme eines direkt benachbarten Rechenzentrums im Marienpark Berlin zur Wärmeversorgung nutzt.

Im ersten Umsetzungsschritt wird künftig der entstehende Makerspace in Halle 2 auf dem Modell-Campus ringberlin mit dieser Energie versorgt. Perspektivisch ist die Versorgung des gesamten Quartiers geplant. DATA2HEAT ist eine Kooperation zwischen Investa und GASAG Solution Plus, die Wärme aus den Rechenzentren im Marienpark Berlin zur Wärmeversorgung umliegender Gebäude und Quartiere nutzbar macht.

Mit dem heutigen Startschuss setzen der Modell-Campus ringberlin und der Marienpark Berlin ein gemeinsames Zeichen für innovative, nachhaltige Stadtentwicklung und sektorübergreifende Kooperation.

„Die Wärmewende braucht konkrete Projekte, die zeigen, wie innovative Technologien in der Praxis funktionieren. DATA2HEAT ist ein starkes Beispiel dafür, wie bislang ungenutzte Energiepotenziale erschlossen und intelligent in urbane Versorgungssysteme integriert werden können. Berlin braucht solche Lösungen, um unsere Energieversorgung nachhaltiger, effizienter und zukunftsfähiger zu machen“, hebt Dr. Severin Fischer hervor, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe.

Grafik: Schematische Darstellung der Wärmeversorgung des Modell-Campus ringberlin durch Abwärme aus einem benachbarten Rechenzentrum. Eingesetzt werden Wärmepumpen und ein Niedertemperatur-Netz.

Ein zentraler Baustein des ersten Projektabschnitts ist die Versorgung des entstehenden Makerspace in Halle 2. Auf rund 17.000 Quadratmetern entsteht dort der größte Makerspace Europas, ein Ort für Produktion, Entwicklung, Handwerk, Kreativwirtschaft und technologische Innovation.

„Mit DATA2HEAT setzen wir ein zentrales Infrastrukturprojekt für den Modell-Campus ringberlin um. Es ist integraler Bestandteil unseres Konzepts der Entwicklung eines resilienten, klimaneutralen Stadtorts der Zukunft. Dabei spielt auch die Kooperation mit der Nachbarschaft eine wichtige Rolle“, betont Matthias Menger, Geschäftsführer von KOIMO Projektentwicklung und ringberlin. „Der Makerspace in Halle 2 ist dabei nur der Anfang einer langfristigen Quartiersentwicklung.“

Mit der Versorgung durch Rechenzentrumsabwärme erhält dieser Innovationsstandort von Beginn an eine nachhaltige Energieinfrastruktur.

„Die Nutzung von Abwärme aus Rechenzentren ist gerade in Berlin ein entscheidender Baustein für eine klimaneutrale Wärmeversorgung. GASAG Solution Plus hat schon in anderen Projekten gezeigt, wie diese effizient und bezahlbar genutzt werden kann. In Kooperation mit DATA2HEAT verbinden wir in Mariendorf die industriellen Energiequellen intelligent mit den umliegenden urbanen Quartieren. Wärmequellen, die vor Ort verfügbar sind, werden für zukunftsfähige Energielösungen unverzichtbar sein“, sagt Georg Friedrichs, Vorstandsvorsitzender der GASAG AG.

Kooperation zweier Innovationsstandorte

Das Projekt verbindet mit dem Modell-Campus ringberlin und dem Marienpark Berlin zwei innovative Entwicklungsareale in Berlin und zeigt exemplarisch, wie neue Formen der Zusammenarbeit zur Dekarbonisierung urbaner Quartiere beitragen können. DATA2HEAT steht damit für eine intelligente Nutzung vorhandener Ressourcen und einen konkreten Beitrag zur nachhaltigen Transformation von Stadtquartieren.

„Mit DATA2HEAT zeigen wir, welches Potenzial in der Einbindung von Rechenzentren in das urbane Energie-Ökosystem steckt. Wir nutzen vorhandene Abwärme dort, wo sie entsteht, und machen sie für ein konkretes Quartier unmittelbar nutzbar. Das Projekt am Modell-Campus ringberlin ist für uns ein wichtiger Meilenstein, der die technische und wirtschaftliche Umsetzbarkeit solcher Lösungen im städtischen Maßstab belegt“, erläutert Nico Köllner, Managing Director von DATA2HEAT.

Auch für MotionLab.Berlin, dem Betreiber des künftigen Makerspace auf dem Modell-Campus ringberlin, ist diese innovative Form der Energieversorgung ein großes Anliegen, da es sich ideal in ihr Konzept fügt, bei dem die Entwicklung neuer, CO₂-neutraler Produkte und Verfahren im Vordergrund steht.

Hocheffizientes Energiesystem

Datacenter kühlen ihre Server kontinuierlich auf zirka 20 Grad Celsius. Dabei entsteht Abwärme, die über Wärmetauscher aus den Kühlprozessen ausgekoppelt und auf ein neues Trägermedium, in der Regel Wasser, übertragen wird.

Das so erwärmte Wasser erreicht ein Temperaturniveau von aktuell rund 28 Grad und wird anschließend meist über ein Niedertemperaturnetz zu den Gebäuden und Quartieren transportiert, die mit Wärme versorgt werden sollen. In den Gebäuden selbst oder in zentralen Quartiersanlagen erfolgt mittels Wärmepumpen eine Temperaturanhebung auf das für die Wärmeversorgung erforderliche Niveau.

Das erhitzte Wasser wird dabei auf das erforderliche Temperaturniveau (oft rund 50 Grad) erhitzt und anschließend über einen Sekundärkreislauf in die Gebäudeversorgung eingespeist. Aufgrund des vergleichsweise hohen Temperaturniveaus der Datacenter-Abwärme arbeiten die Wärmepumpen besonders effizient: Der COP (Coefficient of Performance) liegt bei etwa 7, was bedeutet, dass aus einer Einheit Strom rund sieben Einheiten Wärme erzeugt, werden können.

Das Konzept ist als durchgängiges Gesamtsystem aus Erzeugung, Aufbereitung, Transport und Nutzung konzipiert und verbindet damit digitale Infrastruktur direkt mit einer urbanen, hocheffizienten Energieversorgung.

Die denkmalgeschützte Halle 2 des Modell-Campus ringberlin wird derzeit denkmalgerecht modernisiert und erweitert. Mit unmittelbarem Zugang zu Nahverkehr, E-Mobility-Angeboten und Sharing-Konzepten sollen künftig mehr als 5.000 Menschen möglichst autofrei und umweltfreundlich auf den Campus gelangen können.

Bei einem Investitionsvolumen von mehr als 60 Millionen Euro für den Modell-Campus ringberlin stellt das Land Berlin durch die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe GRW-Mittel in Höhe von rund 36 Millionen Euro zur Förderung der regionalen Wirtschaftsstruktur zur Verfügung. Diese kommen unmittelbar der Errichtung der geförderten Teilflächen des Gründer:innenzentrums zugute.

Über ringberlin

Der Modell-Campus ringberlin an der Ringstraße in Berlin-Mariendorf steht im Eigentum der deutschen Schindler-Gruppe, als Teil des weltweit agierenden Aufzugs- und Fahrtreppenkonzerns Schindler. Das in der ehemaligen Fertigungshalle (Halle 2) des Campus-Geländes entstehende Gründer:innenzentrum wird durch die ringberlin Halle 2 Projektgesellschaft mbH im Mehrheitsbesitz der gemeinnützigen Bildung und Kultur Mariendorf gGmbH vermietet.

Nach Fertigstellung der Um- und Ausbauten werden hier 17.000 Quadratmeter Mietfläche einem General-Untermieter zum Betrieb des Gründer:innenzentrums als Makerspace für innovative kleine Unternehmen, Startups und Gründer:innen überlassen. Vorhabenträger für den gesamten Modell-Campus ringberlin ist die ringberlin Projektentwicklungsgesellschaft mbH, Projektentwickler ist die KOIMO Development GmbH, Berlin.

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GASAG-Pressesprecherin Ursula Luchner trägt ein blaues Sakko und lächelt in die Kamera

Ursula Luchner

Pressesprecherin GASAG-Gruppe