Kati Nadje interviewt Laura Partikel auf er Bank der Vielfalt auf dem EUREF-Campus

Gemeinsam sichtbar: Wie das ZFK-Frauennetzwerk Frauen stärkt.

Mit der Partnerschaft im ZFK-Frauennetzwerk setzt die GASAG-Gruppe ein klares Zeichen für mehr Vielfalt und Chancengleichheit in der Kommunalwirtschaft. Das Netzwerk bringt Frauen aus der Branche zusammen, stärkt ihre Sichtbarkeit und schafft Räume für Austausch, Inspiration und persönliche Weiterentwicklung. Schon mehr als 5.000 Frauen haben bisher teilgenommen.

Für die GASAG-Gruppe eröffnet diese Partnerschaft neue Perspektiven, für die Organisation ebenso wie für jede einzelne Mitarbeiterin.

Im Interview spricht Laura Partikel, Managerin des ZFK Frauennetzwerks, darüber, warum Netzwerke echte Veränderung bewirken können, was sie persönlich antreibt, und warum Mut und Austausch oft der erste Schritt sind.

Laura, was macht das ZFK Frauennetzwerk so besonders, und was treibt dich persönlich dabei an?

Das ZFK Frauennetzwerk ist für mich Safe Space mit Superkräften: ein Ort, an dem Frauen in der Kommunalwirtschaft nicht nur sichtbar werden, sondern sich auch gegenseitig den Rücken stärken – ohne Konkurrenzgedanken, ohne „Ich-muss-mich-beweisen“-Druck.

Persönlich treibt mich vor allem ein Gedanke an: Strukturelle Benachteiligung von Frauen ist kein individuelles, sondern ein systemisches Problem. Ob unbewusste Biases, intransparente Karrierewege oder die „Old Boys‘ Networks“ – viele Hürden sind unsichtbar, aber spürbar. Mein Antrieb? Diesen Kreislauf durchbrechen, indem wir Frauen nicht nur vernetzen, sondern ihnen auch konkrete Tools an die Hand geben: Sichtbarkeit, Sponsoring, Mut zur nächsten Karrierestufe. Und ja, manchmal fühlt es sich an wie David gegen Goliath – aber mit jeder Frau, die sich traut, eine Führungsrolle anzustreben, wird Goliath ein bisschen kleiner.

Was bedeutet die Partnerschaft mit der GASAG-Gruppe für dich, auch auf persönlicher Ebene?

Die Partnerschaft mit der GASAG ist für mich wie ein Leuchtturmprojekt: Hier zeigt ein Unternehmen nicht nur Lippenbekenntnisse zu Diversity, sondern lebt sie – mit modernen Strukturen, echten Förderprogrammen und einer Kultur, die Frauen wirklich unterstützt. Das ist für unser Netzwerk Gold wert, weil wir nicht nur theoretisch über Gleichberechtigung reden, sondern mit Partnerinnen und Partnern zusammenarbeiten, die das genauso ernst nehmen wie wir.

Mich berührt das, weil es bestätigt, dass Veränderung möglich ist. Die GASAG beweist, dass Geschlechtergerechtigkeit kein Nice-to-have, sondern ein Erfolgsfaktor ist – und das gibt mir noch mehr Energie, weiterzumachen. Gleichzeitig ist es auch eine Einladung zum Lernen: Wir können voneinander profitieren, uns gegenseitig herausfordern und gemeinsam noch mehr bewegen. Und mal ehrlich: Wer würde da nicht gerne mitspielen wollen?

Welche Momente im Netzwerk berühren oder inspirieren dich besonders?

Die analogen Netzwerktreffen sind für mich immer wieder berührend. Da kommen Frauen zusammen, die sich sonst nur digital sehen – und plötzlich entsteht diese magische Mischung aus Professionalität und echter Verbundenheit.

Besonders berührt mich, wenn Frauen anderen Frauen Türen zu Räumen öffnen, von denen sie selbst jahrelang ausgeschlossen waren. Wenn eine erfahrene Führungskraft einer jungen Kollegin sagt: „Ich nehme dich mit zu diesem Meeting – da kannst du dich präsentieren“, oder wenn jemand eine Chance bekommt, die sie allein nie bekommen hätte. Diese Momente zeigen: Gemeinsam sind wir stärker.

Zwei Frauen sitzen auf einer bunten Bank und unterhalten sich
Laura Partikel (rechts), Managerin des ZFK-Frauennetzwerks, im Gespräch mit Kati Nadje (links) von der GASAG auf der Bank der Vielfalt am EUREF-Campus. Fotocredit: Niklas Schader

Welche Rolle spielen Netzwerke für Frauen auf dem Weg in Führung, auch aus deiner eigenen Erfahrung heraus?

Netzwerke sind kein Allheilmittel, aber ein wichtiges Werkzeug – und vor allem eines, das Frauen viel zu lange verwehrt blieb. Noch vor wenigen Jahrzehnten war es in vielen Branchen undenkbar, dass Frauen überhaupt in Führungspositionen kamen. Und wenn, dann galt oft die „Eine-für-alle“-Regel: Eine Frau durfte mitspielen, aber mehr Platz war nicht. Diese Geschichte hat tiefe Spuren hinterlassen – Konkurrenzdenken, Selbstzweifel, das Gefühl, sich ständig beweisen zu müssen. Doch das ist genau das, was wir jetzt aktiv durchbrechen wollen.

Netzwerke wie unseres zeigen: Es geht nicht darum, sich gegenseitig den Platz streitig zu machen, sondern ihn gemeinsam größer zu machen. Frauen bringen in Führungsetagen oft etwas mit, das in vielen klassischen Strukturen zu kurz kommt: eine Kultur der Zusammenarbeit statt des Einzelkampfes, mehr Empathie, mehr Weitsicht – und ja, auch mehr Rationalität in Entscheidungen (Studien zeigen immer wieder, dass gemischte Teams bessere Ergebnisse liefern).

Meine eigene Erfahrung? Ich habe erlebt, wie befreiend es ist, nicht die einzige Frau im Raum zu sein. Wie viel leichter es wird, wenn man Verbündete hat, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben – sei es der Kampf um Anerkennung, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder einfach das Gefühl, nicht ständig gegen unsichtbare Mauern zu laufen. Netzwerke sind dabei ein Baustein von vielen, aber sie ersetzen keine strukturellen Veränderungen. Deshalb braucht es beides: Netzwerke und Unternehmen, die Frauen aktiv fördern – wie die GASAG es tut.

Wenn du in die Zukunft schaust: Was wünscht du dir für die Partnerschaft mit der GASAG?

Ich wünsche mir eine Partnerschaft, die über das Übliche hinausgeht – eine, in der wir miteinander wachsen, uns gegenseitig reflektieren und unsere Kräfte bündeln. Die GASAG ist schon heute ein Vorreiter in Sachen Diversity und ich wünsche mir, dass wir gemeinsam noch mehr Sichtbarkeit schaffen: für Frauen in der Kommunalwirtschaft, für ihre Projekte, ihre Ideen und ihre Erfolge.

Konkret stelle ich mir vor, dass wir Strategien entwickeln, die nicht nur bei der GASAG funktionieren, sondern auch auf andere Unternehmen ausstrahlen. Dass wir Vorbilder schaffen, die zeigen: Ja, es geht! Und dass wir uns gegenseitig ermutigen, noch mutiger zu sein – sei es bei der Besetzung von Führungspositionen oder bei der Frage, wie wir Care-Arbeit und Karriere besser vereinbaren können. Gemeinsam können wir mehr bewegen als allein – und genau das möchte ich mit der GASAG erreichen.

Neugierig geworden?

Dann nutze die Chance und werde Teil des Netzwerks: Informiere dich über die Angebote des ZFK Frauennetzwerks, nimm an Veranstaltungen teil oder bring dich aktiv ein: ZFK Frauennetzwerk | ZFK.

Zur Person: Laura Partikel

Porträtfoto von Laura Partikel vom ZFK Frauennetzwerk (VKU)

Laura Partikel ist Managerin des ZFK Frauennetzwerks, einer Plattform für Frauen in der kommunalen Wirtschaft und eines der dynamischsten Frauennetzwerke im deutschen Raum mit einem Wachstum von 0 auf 5.000 in nur vier Jahren.

Dort bringt sie Berufseinsteigerinnen, erfahrene Führungskräfte und Top-Managerinnen zusammen und schafft Räume für Austausch, Sichtbarkeit und gegenseitige Unterstützung.

Mit ihrem Hintergrund in Geschlechterstudien und ihrem klaren Engagement für strukturelle Veränderungen setzt sie sich dafür ein, dass mehr Frauen Führungsverantwortung übernehmen – und Netzwerke zu echten Karrierehebeln werden.

Mit Vielfalt zu voller Energie.

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